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Von Sirmenowe bis heute


Quelle: Artikel vom 23.06.2015 © Eßlinger Zeitung

Sirnau ist mit etwa 820 Einwohnern der kleinste und auch einer der jüngsten Stadtteile Esslingens. Die Gemarkung Sirnau ist aber bereits seit Jahrtausenden Siedlungsgebiet. „Im Jahre 1241 wird ein Dorf Sirmenowe erstmals in Urkunden erwähnt“, heißt es in einer geschichtlichen Betrachtung auf der Homepage des Bürgerausschusses Sirnau.
In den 30er-Jahren fanden sich Spuren aus der Frühgeschichte Sirnaus. Damals stieß man auf zwei alemannische Gräberfelder sowie Gräber aus der Hallstattzeit mit Grabbeigaben. Kulturen und Völker, die seit fünf Jahrtausenden den süddeutschen Raum bewohnten, spiegeln sich wider in den Sirnauer Funden. Im Hofgut Sirnau sind als stumme Zeugen einer wechselvollen Vergangenheit noch Teile des ehemaligen Dominikanerinnen- Klosters erhalten.

Mit der jetzigen Siedlung Sirnau wurde im Jahre 1932, in der Zeit großer Arbeitslosigkeit und Wohnungsknappheit, ein neuer Anfang gemacht. Im Dezember 1931 gab es den Beschluss des Gemeinderats der Stadt Esslingen, das Gelände in Sirnau zur Erstellung einer „Randsiedlung für Esslinger Erwerbslose“ zur Verfügung zu stellen. Die Bauarbeiten begannen 1932. Die Häuser und Grundstücke wurden sodann verlost und im Erbbaurecht vergeben. Danach folgten bis 1937 Erweiterungen des Stadtteils, weitere dann nach dem Zweiten Weltkrieg von 1949 bis 1952.

Im Jahre 1952 wurde der Bürgerausschuss für Sirnau gegründet. „In den folgenden  Jahren gab es Ereignisse, welche für den Bestand und die Zukunft Sirnaus von  entscheidender Bedeutung waren“, informiert der Bürgerausschuss. Im Dezember  1952 wurde die Bundesstraße 10 auf dem Neckardamm als zweispurige Bundesstraße  dem Verkehr übergeben. Es folgten der Bau des Schifffahrtkanals und der  vierspurige Ausbau der B 10 auf dem Neckardamm mit den dazu erforderlichen  Brücken. Auch wurde die jetzige Kreisstraße 1215 entlang des Berkheimer Waldes  als Umgehungs- und Entlastungsstraße gebaut. So liegt der Stadtteil Sirnau  eingeschlossen als Insel zwischen der B 10, der Kreisstraße 1215 und der  Auffahrt zur Dieter-Roser- Brücke.

Im Jahre 1970 befasste sich der Gemeinderat mit einer Neukonzeption für die weitere Entwicklung des Stadtteils Sirnau. Der Vorschlag der Esslinger Stadtverwaltung zur Umwandlung Sirnaus in ein reines Industriegebiet und einer damit verbundenen Umsiedlung der Einwohner lag auf dem Tisch. Durch massiven Protest und gemeinschaftliche Initiativen und Aktionen der Bewohner wurde dieses Vorhaben verhindert.

In den Jahren 1982 und 1989 wurde im Industriegebiet Sirnau eine Müllverbrennungsanlage vom Landkreis geplant. Wieder gab es massiven Widerstand aus der Bevölkerung. Hinzu kamen plötzlich zurückgehende Müllmengen, weshalb das Vorhaben schließlich eingestellt wurde.

In Sirnau gibt es ein reges Vereinsleben. Der älteste Verein ist die 1936 gegründete Siedlergemeinschaft Sirnau. 1952 wurde die SG Sirnau ins Leben gerufen, welche vor einigen Jahren mit der SV Eintracht Esslingen fusionierte und zur SG Eintracht Sirnau wurde. Die Goiswoid Hexa haben sich als Narrenzunft im Vereinsleben mit ihren Aktivitäten etabliert. Nicht zu vergessen ist die rührige Sirnauer Feuerwehr, welche 1999 ihr neues, mit viel Eigenleistungen errichtetes Feuerwehrmagazin bezogen hat. Mehrere Konfessionen haben im Stadtteil ihre eigenen Kirchen mit Gemeinderäumen. Auf Sirnaus Gemarkung befinden sich viele Einrichtungen auch von regionaler Bedeutung: das Richard- Hirschmann-Eislaufstadion, der Tierpark Nymphaea, das Freibad des Schwimmsportvereins, der Ruderverein, der Yachtclub, die Schießanlage der Schützengesellschaft, der Verkehrsübungsplatz des Motorsportclubs, die Jugend-Verkehrsschule, der Fischereiverein, ein Hundedressurplatz, zwei Kleingartenanlagen sowie das Tierheim der Stadt Esslingen.

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