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ES-SIRNAU: Evangelische und katholische Seelsorger aus Oberesslingen halten die Gottesdienste


Quelle: Eßlinger Zeitung - 08.06.2010

Am Michaelstag 2008 feierte die katholische Kirchengemeinde das 50-jährige Jubiläum der St. Michaelskapelle, Sirnaus evangelische Kirche wurde vor 58 Jahren eingeweiht. Die Zukunft beider kleiner Gotteshäuser ist ungewiss. „Wenn den Sirnauern ihre Kirche wichtig ist, wäre es schön, wenn sich das auch im Gottesdienstbesuch niederschlagen würde“, sagen unisono die evangelischen und katholischen Seelsorger der Oberesslinger Kirchengemeinden, zu denen Sirnau gehört.

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Von Elisabeth Schaal

Rund 240 katholische Gläubige gibt es in Sirnau. Angesichts dieser Zahl, eines rückläufigen Gottesdienstbesuchs und fehlendem pastoralen Personal ist für Pfarrer Hans Nagel von St. Albertus Magnus klar: „Der Gang in jeden Stadtteil geht nicht mehr.“ Oder nicht mehr jeden Sonntag. Zweimal monatlich gibt es Gottesdienste in St. Michael, seit Sommer 2004 wird er von den Oberesslinger Seelsorgern übernommen. Davor hielt Bernhard Grupp aus Wernau seit 1993 die Sonntagsgottesdienste, nachdem er als Pfarrer von Nellingen pensioniert worden war. Von der heute kleinen Kirchgänger-Schar kommen maximal zehn Besucher aus Sirnau, die übrigen aus umliegenden Stadtteilen wie Berkheim oder auch Kennenburg. „Sie schätzen den frühen Gottesdienstbeginn um 9 Uhr. In St. Albertus Magnus beginnen wir anderthalb Stunden später“, erklärt Nagel. Wie lange die Kirche und das kleine Gemeindezentrum noch gehalten werden können, hänge von den weniger werdenden Finanzmitteln der Kirchengemeinde ab, aber auch vom ehrenamtlichen Engagement der Gemeindemitglieder.Höhepunkt im gottesdienstlichen Leben Sirnaus ist die 1998 eingeführte Öschprozession an Christi Himmelfahrt. Betend und singend, von einem Bläserensemble begleitet, ziehen die Gläubigen über vier Stationen vom Hofgut Sirnau, einer ehemaligen Klosteranlage, nach St. Michael. War es zuerst nur die St. Albertusgemeinde, kamen im Lauf der Jahre die Gemeinden von Zell, Berkheim und Zollberg hinzu. Pfarrer Nagel: „An diesem Tag ist die Kirche für die vielen Besucher fast zu klein.“ Ungewöhnliches erlebte St. Michael an Fastnacht 2009: Erstmals wurde auf Vorschlag der Sirnauer „Waldhäusleshexa“ ein ökumenischer Narrengottesdienst gefeiert. Nach dem ersten Erfolg und der diesjährigen Wiederholung soll daraus eine Tradition werden.

Konfirmation in katholischer Kirche

Ein schönes Zeichen ökumenischer Offenheit ist für Nagel die Tatsache, dass die evangelische Gemeinde den Festgottesdienst zur Konfirmation seit 1998 meist in St. Michael feiert. Die eigene Kirche bietet nicht genügend Platz. Nagel hat damit „kein Problem, wir gewähren gern Gastfreundschaft“, wundert sich aber schon ein bisschen darüber: „Ich weiß nicht, ob ich mit der Erstkommunion in die evangelische Kirche gehen würde.“ Von seinen acht Kommunionskindern kam in diesem Jahr nur die Hälfte aus Sirnau.

Die Situation im kleinsten Esslinger Stadtteil wird trotz isolierter Lage nicht isoliert gesehen. Nagel: „Eine Arbeitsgruppe 2020 beschäftigt sich damit, wie es insgesamt in Esslingen mit den katholischen Kirchen und Gemeindezentren weitergeht, was noch gehalten werden kann und was nicht. Wir müssen künftig wohl mit maximal drei Priestern und sechs Gemeinde- beziehungsweise Pastoralreferenten auskommen.“

Auf evangelischer Seite finden die sonntäglichen Gottesdienste ebenfalls 14-tägig statt. Zwischen 5 und 20 Besucher verteilen sich - bei etwa 320 Gemeindemitgliedern - auf den Stühlen. „Wenn den Sirnauern ihre Kirche wichtig ist, müsste das deutlicher werden im Gottesdienstbesuch“, findet Pfarrerin Margret Remppis vom Pfarramt Gartenstadt mit Sirnau. Umso mehr freut es sie, „dass es bei der Kinderkirche wieder einen Aufbruch gibt“. Seit 2005 kommen bis zu 20 Mädchen und Jungen zu der monatlichen Veranstaltung: „Bei 40 Sirnauer Kindern ein guter Schnitt.“ Geleitet wird die Kinderkirche ehrenamtlich von Claudia Kiefer, Gabi Tittel-Schichler und Marion Lehnert. „Wir bräuchten dringend weitere Helfer, um sie häufiger anbieten zu können“, sagt Remppis. Ehrenamtliche werden auch gesucht, um die 2008 eingestellte und bis dahin von den Aidlinger Schwestern geleitete Jungschararbeit wieder aufleben lassen zu können. Gut angenommen wird dagegen der traditionelle monatliche Gemeindemittag unter engagierter jahrzehntelanger Mitarbeit von Elisabeth Bräuninger: „Sie ist die gute Seele der Kirche in Sirnau und bringt eine wunderschöne Atmosphäre rein“, lobt die Pfarrerin das Sirnauer Urgestein.

Das abwechselnd in der Gartenstadt und in Sirnau gefeierte Erntedankfest, der von Müttern geleitete Vor-Konfirmandenunterricht in einer Kleingruppe und der Treffpunkt Sirnau, ein Frauenkreis, der sich alle zwei Monate trifft, bereichern das Gemeindeleben. Eine wichtige Rolle spielt der eingruppige Kindergarten neben Kirchlein und Gemeindezentrum. Kinderkirche und Treffpunkt Sirnau hatten Margret Remppis zunächst auf einen Aufbruch hoffen lassen, doch das Engagement lasse leider nach: „Ich würde mir mehr Schwung wünschen. Da müssten mehr Leute sagen, das ist mir wichtig, da mache ich mit. Damit wirklich deutlich wird, ihre Kirche ist ihnen wichtig.“

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