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21 Tote bei Fährunglück vor 90 Jahren


Quelle: Esslinger Zeitung - 27.05.2008

(bes) - Sie zählt zu den erhaltungswürdigen Grabstätten, deren Pflege die Stadt übernommen hat: Die sieben Menschen, an die das gemeinsame Grab auf dem Oberesslinger Friedhof erinnert, sind beim Untergang der Fähre „Cimbria“ ums Leben gekommen. Das Schiffsunglück im Friedenstäle bei Sirnau, das insgesamt 21 Opfer forderte, jährte sich am 28. April zum 90. Mal.

Die Bedeutung eines Menschen könne zum einen der Grund dafür sein, dass die Stadt für sein Grab die Pflege übernehme, sagt Thomas Zink, Leiter der Abteilung Friedhöfe und Bestattungen im städtischen Grünflächenamt. Dies gelte zum Beispiel für Emil Kessler, den Gründer der Maschinenfabrik Esslingen, oder den 1866 in Esslingen gestorbenen „Sängervater“ Karl Pfaff. Auch wenn denkmalpflegerische Gründe für den Erhalt einer Grabstätte sprechen, könne die Stadt einen diesbezüglichen Beschluss fassen. Zink: „Immer wieder kommt es vor, dass Angehörige, die das Grab nicht weiter pflegen wollen oder können, auf uns zukommen mit dieser Bitte.“Aber auch tragische Schicksale verbergen sich hinter manchen dieser Gräber auf den neun Esslinger Friedhöfen, deren Pflege die Stadt jeweils an Friedhofsgärtnereien vor Ort vergibt. Etwa in Oberesslingen, wo sieben aus diesem Stadtteil stammenden Opfer des Fährunglücks gemeinsam beigesetzt wurden. Wo heute die 1970 eröffnete Adenauerbrücke den Neckar überspannt, verband ab 1889 bis ums Jahr 1921 die Fähre „Cimbria“ Oberesslingen mit Berkheim und den Sirnauer Wiesen. Lange Zeit hatte für die Einwohner Sirnaus und des Friedenstäles nur der Alicensteg und die Pliensaubrücke als Verbindung in die Stadt und nach Oberesslingen bestanden.Am 28. April 1918 hatten viele Besucher in den Sirnauer Wies en ein Fußballspiel verfolgt. Regen, Blitz und Donner ließen sie dann zur Fähre strömen, die, als sie noch nicht einmal die Mitte des Flusses erreicht hatte, wegen Überladung unterging. Einige Passagiere konnten selbst ans Ufer schwimmen, andere wurden von Zuschauern gerettet, die samt Kleidern ins Wasser gesprungen waren. Für 21 meist junge Leute kam jedoch jede Hilfe zu spät. Viele konnten nicht schwimmen.

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