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Eine Oase der Ruhe wird Sirnau wohl niemals werden

doch ab August soll es in dem Stadtteil, den böse Zungen als Esslingens größte Verkehrsinsel bezeichnen, deutlich ruhiger werden. Dann wird die neue Lärmschutzwand an der B 10 fertig sein, für die der Bürgerausschuss viele Jahre gekämpft hat.

Quelle: Esslinger Zeitung - 13.06.2009
Von Kornelius Fritz

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Seit 10 bis 15 Jahren stehe die neue Lärmschutzwand schon auf ihrem Wunschzettel, schätzt Bürgerausschuss-Mitglied Karl Langpeter. Denn die alte, rund 30 Jahre alte Wand war nicht auf das heutige Verkehrsaufkommen von fast 80 000 Fahrzeugen pro Tag ausgelegt. Dass sich der lang gehegte Wunsch nun erfüllt, verdanken die Sirnauer einer einflussreichen Fürsprecherin. Karin Roth, SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, hat sich für den Bau der neuen Wand eingesetzt: „Die Sirnauer haben in den vergangenen Jahren genug Lärm ertragen müssen“, sagte Roth beim offiziellen Spatenstich, der gestern, fünf Tage nach Beginn der Bauarbeiten, nachgeholt wurde.


„Das Optimale erreicht“

Die neue Lärmschutzwand ist eineinhalb Meter höher als die alte, besteht aus schallschluckendem Spezialbeton und mündet in Richtung Deizisau in einen Erdwall, der mit Steinkörben befestigt wird. Dadurch soll der Stadtteil auch bei Ostwind besser vor dem Schall geschützt werden. Hinzu kommt auch noch ein neuer Straßenbelag. Dieser „lärm­optimierte Splitt-Mastix-Belag“ soll die Fahrgeräusche um weitere drei bis vier Dezibel reduzieren. „Durch diesen doppelten Effekt haben wir das Optimale erreicht“, freut sich Roth. Der Streckenabschnitt gehört bundesweit zu den ersten, auf denen der neuartige Flüsterasphalt getestet wird. Wenn er sich bewährt, soll der Belag, der 20 bis 30 Prozent teurer ist als herkömmlicher Asphalt, künftig häufiger eingesetzt werden.

„Das ist ein Gewinn für alle Sirnauer“, ist die Bürgerausschuss-Vorsitzende Ursula Frantz überzeugt. Die neue Wand bringt nicht nur hörbare, sondern auch sichtbare Verbesserungen: Selbst große Lastwagen werden künftig komplett dahinter verschwinden. Karl Langpeter hofft, dass dadurch auch Schmutz und Abgase besser aus dem Stadtteil ferngehalten werden: „Denn die Fenstersimse sind hier an vielen Häusern pechschwarz.“


Bitte um Rücksicht

Angesichts der erhofften Vorteile dürfte der Anblick der vier Meter hohen Betonwand in Sirnau nur die wenigsten stören. Doch selbst optisch soll das neue Bauwerk etwas hermachen: Dafür werden auf Sirnauer Seite sogenannte „gestalterische Elemente“ angebracht, unter anderem ein runder Aufsatz aus Aluminium, der an einen Brückenbogen erinnert. An den Metallstangen können auch Kletterpflanzen hochranken, die dafür sorgen sollen, dass die graue Wand bald wieder von Grün überwachsen ist.

Bis es soweit ist, müssen die Sirnauer allerdings noch einmal ganz tapfer sein. Denn zwischen dem Abbau der alten und der Fertigstellung der neuen Wand liegen etwa zwei Monate, in denen die Menschen im Stadtteil ganz ohne Lärmschutz auskommen müssen: „Das wird eine harte Zeit“, weiß Ursula Frantz und bittet die Verkehrsteilnehmer auf der B 10 um Rücksicht: „Wenn jetzt nachts ein Lasterfahrer hupt, steht ganz Sirnau in den Betten.“

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