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Lärmfreie Harmonie


Quelle: Esslinger Zeitung Online - 17.04.2010

ES-SIRNAU: Die Parkplatzsituation am Waldorfkindergarten ist in der Bürgerversammlung der größte Aufreger

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Auffällig oft hat OB Jürgen Zieger bei der Bürgerversammlung am Donnerstag den Gemeinsinn der Sirnauer gelobt. Vielleicht wollte er sie in Erinnerung an die aufgeheizte Atmosphäre vor vier Jahren milde stimmen. Oder aber der Verwaltungschef wollte damit sagen, wie viel die Bürger doch mit Eigeninitiative selbst tun könnten, ohne das dürre Stadtsäckel zu belasten.

Von Doris Brändle

Das Sportheim war voll besetzt. Doch er sei sehr froh, dass es diesmal nicht ganz bis vorne zum Tisch der Stadtvertreter bestuhlt sei, sagte OB Jürgen Zieger. Denn bei der Bürgerversammlung vor vier Jahren seien ihm die Sirnauer schon arg auf die Pelle gerückt. Das Stadt­oberhaupt konnte sich damals kaum der aufgebrachten Stimmen gegen das Möbelhaus Rieger und die Lärmbelastung durch die B 10 erwehren. Doch diesmal standen die Zeichen auf Harmonie. Schon nach zwei Stunden war die Tagesordnung ausdiskutiert. „Die Verkehrsbelastung durch Rieger hat sich auf hohem Niveau eingependelt“, sagte die Bürgerausschuss-Vorsitzende Ursula Frantz. Mit Flüsterbelag, Tempo 80 auf der B10 und neuer Lärmschutzwand sind die größten Wünsche der Sirnauer erst mal erfüllt.

Autos versperren Hofeinfahrten

Obwohl die 3,50 Meter hohe Lärmschutzwand entlang der B 10 eine deutliche Entlastung bringt, sorgte sie Anfang März doch noch mal für Aufregung: Das Regierungspräsidium ließ damals - entgegen der Vereinbarungen - ohne Rücksprache mit dem Ausschuss sämtliche Bäume fällen, die bei den Bauarbeiten beschädigt worden waren. Eine gemeinsame Begehung von Bürger­ausschuss, Regierungspräsidium und Grünflächenamt brachte den Sirnauern einen Ausgleich: Statt 40 werden jetzt 76 Feldahorne gepflanzt, dazu 2000 Gehölze und Rankpflanzen, unter denen die nackte Lärmschutzmauer nach und nach verschwinden soll.

Größter Aufreger des Abends: Die Parksituation am Waldorfkindergarten im Bussardweg. Am Morgen und um die Mittagszeit parken die Eltern vor allem im Schwalbenweg die Hofeinfahrten zu. Weil die Straßen dort sehr eng sind und viele Eltern mit großem Abstand zum Straßenrand parken, kommen häufig Laster und Müllautos nicht mehr vorbei. „Wenn man etwas sagt, zeigen die Eltern einem den Vogel“, klagten einige Bürger. Außerdem rasten viele Abholeltern regelmäßig mit 70 Stundenkilometern durch die engen Straßen. Manfred Klinger vom Ordnungsamt versprach, vor Ort nochmals mit Flyern und Gesprächen mit den Eltern Aufklärungsarbeit zu leisten. Auf längere Sicht dürfte das Problem sich ohnehin von selbst lösen: „Der Trägerverein hat auf dem Gelände der Waldorfschule in der Pliensauvorstadt die Möglichkeit zu bauen“, sagte Schulbürgermeister Markus Raab. Dazu werde es noch in diesem Jahr einen Beschluss geben. Den Vorschlag von Ursula Frantz, das leere Gebäude dann als Haus für Bürger, vor allem aber für die Jugend zu nutzen, wies Zieger zurück. „Für 90 Jugendliche einen Jugendtreff einzurichten, ist nicht darstellbar“, sagte er. Immerhin versprach er, sich den Fahrplan der Busse mal anzusehen, die in Sirnau nur spärlich verkehren. „Das macht es für die Jugendlichen sehr schwierig, nach Berkheim oder in die Innenstadt zu kommen“, sagte Frantz.

Verkehrsplaner Uwe Thäsler sagte, dass in den Neckarwiesen zur Zeit nach einer Lösung für die zahlreichen parkenden Lastwagen gesucht werde. „Dann dürfte auch der Parkdruck in Sirnau nachlassen.“

Kein Straßenausbau

Auch eine Reihe weiterer Wünsche wurde abgeschmettert oder vertagt: Eine Ampel an der Ausfahrt vom Finkenweg auf die K 1215 wird es nicht geben. Der Ausbau von Staren- und Finkenweg würde weit mehr kosten als die 100 000 Euro, die im Haushalt für das ganze Stadtgebiet vorgesehen sind, sagte Tiefbauamtsleiter Uwe Heinemann. Ein Fußgängersteg vom Kraftwerk auf der Neckarinsel zur Lilienthalstraße ist im Masterplan vorgesehen, aber erst auf längere Sicht. Und fürs Schneeräumen auf dem „schwarzen Weg“, der auf der Neckarinsel von der Unterführung Sirnau bis zum Eisstadion führt, fühlt sich die Stadt nicht zuständig. Es ist der Schulweg für viele Kinder und bindet Sirnau an die S-Bahn Oberesslingen an. Doch Zieger will zumindest mit den Anliegern, den Vereinen auf der Neckarinsel, nochmal über ihre Pflichten reden und sich die Situation vor Ort anschauen.

Sirnau hat jetzt auch eine Homepage: Markolf Neuske hat sie erstellt. www.esslingen-sirnau.de

Ursula Frantz ist Stimmenkönigin

15 Kandidaten waren auf der Liste für den neuen Bürgerausschuss, damit wurden alle gewählt. Mit 82 abgegebenen Stimmzetteln auf 808 Einwohner war die Wahlbeteiligung in Sirnau im Vergleich zu anderen Stadtteilen sehr hoch.

1. Ursula Frantz (75 Stimmen)
2. Manfred Gschwendtner (74)
3. Andreas Tittel (72)
4. Karl Langpeter (71)
5. Gisbert Locke (70)
6. Frank Durchdenwald (69)
7. Markolf Neuske (66)
8. Willi Neubauer (63)
9. Karin Braun-Bachert (62)
10. Birgit Holler (61)
10. Wolfgang Sauer (61)
12. Joachim Heinrich (59)
13. Angela Felder (54)
14. Oliver Troll (49)
15. Robert Schwarz (15)

Korinna Gschwendtner und Klaus Bommer traten nicht mehr zur Wahl an. Joachim Heinrich und Angela Felder sind neu im Gremium.

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