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Der OB will es sich nicht einfach machen

ES-SIRNAU: Stadt und Bürgerausschuss ziehen verkehrsmäßig an einem Strang - Kleinkindbetreuung ab Herbst in der einstigen Grundschule.

Ein Stadtteil, dem der OB so viel Anerkennung und Respekt zollt wie dem 832 Einwohner zählenden Sirnau am Donnerstagabend bei der Bürgerversammlung, der wird nicht abgehängt: Nachdem Bürgermeister Bertram Schiebel klargestellt hatte, dass an der Streckenführung der Buslinie 104 nicht gerüttelt wird und damit diesbezügliche Befürchtungen zerstreut hatte, waren alle Tagesordnungspunkte nach zwei Stunden abgearbeitet. Inklusive der Neuwahl des Bürgerausschusses, bei der die seitherige Vorsitzende Ursula Frantz mit einem überzeugenden Vertrauensbeweis im Amt bestätigt wurde.

Von Elisabeth Schaal
Quelle: Artikel vom 13.04.2013 © Eßlinger Zeitung


Die Bestuhlung im Saal des Sportheims reichte nicht aus, auch der ein oder andere Fensterplatz musste herhalten. „Obwohl Sirnau der kleinste Stadtteil ist, sind so viele Besucher versammelt wie in manch' größerem bei den Bürgerversammlungen. Ein sichtbares Zeichen für die enge Gemeinschaft hier“, registrierte OB Jürgen Zieger anerkennend, der mit den drei Bürgermeistern Wilfried Wallbrecht, Bertram Schiebel und Markus Raab sowie Vertretern verschiedener Ämter gekommen war.

Nachdem Wolfgang Ratzer vom Stadtplanungsamt den bisherigen Prozess zum Flächennutzungsplan kurz geschildert hatte - der nach 470 Widersprüchen aus der Bevölkerung unterbrochen ist und neu überdacht werden soll - ging Zieger nochmals auf das Thema ein. Ein Bürger wollte wissen, warum die Stadt darauf beharre, die als ungeeignet eingestufte Fläche für ein Gewerbegebiet gegenüber des bereits bestehenden an der K 1215 im Plan zu belassen. „Ich könnte mir das einfach machen und sagen, wir nehmen das raus“, meinte der OB. Doch gelte es, ökologische, wirtschaftliche und soziale Belange abzuwägen. Ratzer hatte zuvor deutlich gemacht, dass nicht nur Wohnungen im Stadtgebiet fehlten, sondern „es auch keine Reserven für Betriebe mehr gibt“. Bezüglich einer Windenergieanlage südöstlich von Sirnau im Stiftungswald müsse man konkretere Aussagen der Region Stuttgart abwarten, meinte er. Klar sei, dass dieser Standort weniger geeignet sei als jene auf dem Schurwald, liege er doch zum großen Teil im Landschaftsschutzgebiet. Auch die Flugsicherung habe schon Bedenken angemeldet.

Im Zusammenhang mit dem geplanten 16-stöckigen Festo-Büroturm und den zunächst 400, dann endgültig 1620 Parkplätzen befürchten die Sirnauer eine verstärkte Verkehrsbelastung. Der Schleichverkehr von Berkheim über den Hofweg und die K 1215 zur B 10 und zur Adenauerbrücke werde zunehmen. Dringend müssten deshalb die Verkehrsknoten zwischen der B 10 in Esslingen und der A 8 ausgebaut werden - ein Ansinnen, für das sich nicht nur der Bürgerausschuss, sondern ja auch die Stadt vehement bei der Landesregierung einsetzt. Erst vor wenigen Tagen habe er darüber auf der Hannover Messe mit Ministerpräsident Kretschmann gesprochen, erzählte Zieger. Wichtig für Sirnau ist vor allem der Bereich K 1215, Zu- und Abfahrt B 10 und Berkheimer Aufstiegsstraße. Schon jetzt kommt es an den dortigen Ampeln im Berufsverkehr zu langen Staus. Der städtische Verkehrsplaner Ulrich Thäsler stellte die sehr konkreten, mit dem Regierungspräsidium abgestimmten Pläne vor, die - eine Finanzierungszusage vorausgesetzt - rasch umgesetzt werden könnten.

Zusätzliche Fahrspuren

So soll neben der Adenauerbrücke ein drei Meter breiter Steg für Fußgänger und Radfahrer neu gebaut werden. Der bisherige, lediglich 1,80 Meter breite Fahrweg wird einer geänderten Spurführung zugeschlagen: Aus Richtung Berkheim führen dann zwei Spuren geradeaus auf die Adenauerbrücke. Aus Richtung Sirnau soll es zwischen Zu- und Abfahrt der B 10 bis zur Adenauerbrücke ebenfalls eine weitere Spur geben: „Das bedeutet eine erhebliche Kapazitätserweiterung. Dann könnten wir auch die dortige Ampelschaltung optimieren. Momentan ist sie ausgereizt“, so Thäsler.

Dass die Linie 104 von Deizisau über Sirnau zum Zentralen Omnibusbahnhof bleiben muss, darin ist sich Bürgermeister Schiebel mit dem Bürgerausschuss einig. Ob es allerdings eine direkte ÖPNV-Verbindung nach Berkheim geben kann - „über den Hofweg zum Busbahnhof wäre mein Traum“ - bleibt fraglich. Geprüft werden soll, ob die Sperrung des Hofwegs für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen aufgehoben werden könnte.

Freude löste die Nachricht aus, dass die Stadt die einstige Sirnauer Grundschule und heutiges Domizil des Waldorf-Kindergartens nach dessen Wegzug nicht verkaufen wird. „Dort entstehen bis zum Herbst etwa 30 Plätze für die Betreuung ein- bis dreijähriger Kinder“, so Zieger. „Wir hatten befürchtet, dass ein Bauträger dort einen großen Komplex hinstellen könnte anstelle des identitätsstiftenden Gebäudes, das ein Stück Sirnauer Geschichte darstellt“, sagte Ursula Frantz. Im Rechenschaftsbericht hatte sie die neue Struktur des Bürgerausschusses dargelegt, der thematische Arbeitsgruppen eingeführt hat, und das enorme Arbeitspensum des Ausschusses in den vergangenen drei Jahren umrissen. Ihr besonderer Dank galt Mitbürgern, die sich um die beiden Hundekot-Stationen auf Sirnauer Gemarkung kümmern und jenen, dank deren Engagement nun eine Kleinkinder-Nestschaukel am Spielplatz steht.

Urgestein Sauer verlässt Gremium

Quelle: Artikel vom 13.04.2013 © Eßlinger Zeitung

ES-Sirnau (bes) - Mit Wolfgang Sauer verlässt ein Sirnauer den Bürgerausschuss, den OB Jürgen Zieger bei seiner von lang anhaltendem Applaus begleiteten Verabschiedung als Urgestein bezeichnete: Am 20. Juni 1975 zum ersten Mal gewählt, engagierte er sich 38 Jahre lang und erlebte dabei vier Vorsitzende: Hans Bruy, Adolf Henke, Walter Bräuninger, unter dem er Stellvertreter wurde es und bis vor drei Jahren blieb, und Ursula Frantz. Planungen Anfang der 70er-Jahre, die B 10 auf sechs Spuren zu verbreitern, hatten ihn aktiv werden lassen: „Das von mir damals neu erworbene Haus wäre dann abgerissen worden“, erinnert sich der 60-Jährige. Sein Volksschullehrer Bruy habe ihn bestärkt, sich zur Wahl für den Bürgerausschuss aufstellen zu lassen. Dank seiner Tochter Simone wird der Name Sauer aber weiterhin im Gremium vertreten sein. Frank Durchdenwald und Andreas Tittel, beide seit 2006 im Gremium, schieden ebenfalls aus.

Von den 100 Stimmzetteln für die Neuwahl waren alle gültig. Stimmenkönigin wurde Ursula Frantz mit 90 Stimmen, Simone Sauer erhielt 88. Das weitere Ergebnis: Manfred Gschwendtner, Karl Langpeter, Gisbert Locke (alle 85), Willi Neubauer (81), Birgit Holler, Markolf Neuske (beide 77), Karin Braun-Bachert (72), Angela Felder (70), Daniela Kirchner (68), Joachim Heinrich (65), Robert Schwarz (63) und Oliver Troll (60).

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